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Montag, 18. September 2017

Die Ausgabe von Asciidoc nach PDF anpassen

Asciidoc ist eine textbasierte Sprache (Markup Language). Diese vereinfacht es erheblich, (Text)Dokumente zu Erstellen, zu Pflegen und deren Änderungen in Revisionskontrollsystemen wie Git nachzuverfolgen. Aufgrund der Kompaktheit und Verständlichkeit der Sprache hat Asciidoc den Prozess zur gemeinsamen Erstellung und Pflege von Büchern, Dokumentation und Schulungsmaterial erheblich erleichtert.

Bei Asciidoc handelt es sich um Plaintext mit speziellen Markierungen. Erst durch den expliziten Aufruf eines Übersetzerprogramms wandeln Sie diesen Ursprungstext über mehrere Zwischenstufen in das gewünschte Zielformat um, bspw. zu Postscript, PDF, HTML, Epub und Handbuchseiten (Manpages). Im UNIX/Linux-Werkzeugkasten finden Sie dafür bspw. Asciidoc, a2x, Asciidoctor und Asciidoctor-pdf.

Der Weg von Asciidoc nach PDF funktioniert entweder über Dblatex oder über den Apache Formatting Objects Processor -- kurz FOP. Der erste Weg setzt auf die Werkzeugkette aus DocBook, xsltproc und Dblatex, der zweite nutzt statt Dblatex die auf Java basierende Software FOP. Beide Wege werden durch das Programm a2x gekapselt, d.h. mit einem einzigen Aufruf angestoßen. Für Dblatex sieht der Aufruf wie folgt aus:

a2x -f pdf document.adoc

Der Schalter -f pdf veranlasst a2x, das Backend Dblatex zu benutzen. Für die Verwendung von FOP nutzen Sie stattdessen diesen Aufruf:

a2x --fop document.adoc

Zur Demonstration nutzen wir dieses Asciidoc-Dokument, in den beiden vorherigen Aufrufen schlicht als document.adoc bezeichnet. Der darin genutzte Text stammt nicht vom Autor selbst, sondern wurde aus dem Wikipedia-Artikel zu Kapstadt entnommen und etwas bearbeitet.

:author: Frank Hofmann

= Visiting South Africa =

== Cape Town ==

Cape Town is a port city on South Africa’s southwest coast, on a peninsula beneath the imposing Table Mountain. Slowly rotating cable cars climb to the mountain’s flat top, from which there are sweeping views of the city, the busy harbor and boats heading for Robben Island, the notorious prison that once held Nelson Mandela, which is now a living museum.

image::capetown.jpg[width=200]


Die erzeugten Ergebnisse in der Ausgabe fallen durch die verwendeten Stilvorlagen recht unterschiedlich aus. Während der Weg über Dblatex sowohl ein Titelblatt, die Revisionshistorie des Dokuments sowie ein Inhaltsverzeichnis produziert, ist die Ausgabe via FOP deutlich kompakter.

Das erzeugte PDF via Dblatex

Das erzeugte PDF via FOP
Dblatex bietet eine Reihe von Schaltern, um die Elemente der Ausgabe zu verändern. Möglich sind zum Beispiel diese hier:

BedeutungParameter
kein Inhaltsverzeichnis-P doc.toc.show=0
nur Tabellenverzeichnis -P doc.lot.show=table
nur Abbildungsverzeichnis -P doc.lot.show=figure
Überschriftenebene -P doc.section.depth=5
keine Versionshistorie -P latex.output.revhistory=0
blau hinterlegte Links -P latex.hyperparam=colorlinks,linkcolor=blue
als Encoding Latin1 nutzen -P latex.encoding=latin1
Papiergröße Letter -P paper.type=letterpaper
Wasserzeichen einfügen -P draft.watermark=1
Schneidemarken einfügen -P crop.marks=1

Im Aufruf sieht das dann wie folgt aus, um weder eine Revisionshistorie zu erhalten und lediglich eine Liste der Tabellen:

a2x -f pdf --dblatex-opts "-P latex.output.revhistory=0 -P doc.lot.show=table" document.adoc

Am besten legen Sie das in einem Shellskript ab. Das erleichtert nicht nur das Experimentieren mit den Parametern, sondern auch die spätere Automatisierung im Übersetzungsprozess.

Automatisierung als Shellskript
Das obige Skript erwartet einen zusätzlichen Parameter im Aufruf. Dieser beinhaltet den Namen ihres Dokuments, welches Sie nach PDF übersetzen möchten. Benennen Sie ihr Skript convert2pdf.sh und übersetzen ihr Dokument namens document.adoc, sieht der Aufruf wie folgt aus:

./convert2pdf.sh document.adoc

Das fertige PDF-Dokument liegt dann im lokalen Verzeichnis vor.

Montag, 3. Juli 2017

Mageia Linux 6 RC mit Kindersicherung

Wie bereits berichtet, finalisieren derzeit die Entwickler von Mageia ihre nächste Veröffentlichung -- die Release 6. Nach den bisherigen Tests zur urteilen läuft das Gesamtsystem ausgesprochen stabil und ist tauglich für die angepeilte Gruppe der Ein- und Umsteiger (Endbenutzer). Es ist schnörkellos, einfach zu bedienen und übersichtlich.

Geeignet ist es nicht nur für Nutzer, die (noch) keine Technikfreaks oder Linux-Profis sind, aber mehr als nur die Auswahl von Ubuntu haben wollen und sich trotzdem nicht scheuen, zu verstehen, wie das alles funktioniert und zusammenhängt.

Kindersicherung in Mageia 6

Bemerkenswert ist die integrierte Kindersicherung. Obwohl bereits in den vorherigen Veröffentlichungen enthalten, verfügt unseres Wissens nach keine andere Mainstream-Distribution über ein solches Feature.

Sie erreichen diese Einstellungsoption im Control Center unter den Netzwerkeinstellungen. Darüber legen Sie pro Benutzer fest, welche Programme und Dienste dieser verwenden und wie lange und innerhalb welcher Zeiten er bspw. im Internet surfen darf. Somit haben Sie ihren Nachwuchs und dessen Internetkonsum stets im Blick.

Sonntag, 2. Juli 2017

Südafrika durchleuchtet. Transparentes Budget dank Open Data

Jeder von uns -- ganz gleich ob Bürger oder Unternehmen -- trägt mit seinen Steuern und Abgaben zum Budget seiner Region bei. Oft fragen wir uns, was mit unserem Geld passiert, sprich: welche Ausgaben werden darüber finanziert, wie verteilt sich die Geldmenge und welche Möglichkeiten bestehen in der Zukunft. Viele Städte halten sich da bislang etwas bedeckt. Nur auf Anfrage erhalten Sie Informationen zu diesen Finanzdaten.

Glücklicherweise hat ein Umdenken begonnen und die diesbezügliche Offenheit nimmt zu. Begrffen wurde vielerorts , dass wir als Bürger wissen und mitentscheiden möchten, wie mit unserem Geld gewirtschaftet wird. Dieses Vorgehen gehört bspw. in der Schweiz seit langem zum Alltag und ist als Teil des gesellschaftlichen Miteinanders fest verankert. Das kann durchaus auch dazu führen, dass im Rahmen einer Abstimmung entschieden wird, die lokalen Steuern anzuheben, um bspw. eine neue Sporthalle zu finanzieren.

Seit mehreren Jahren geht Südafrika einen ähnlichen Weg. Das gesamte Budget vieler Städte und Regionen ist transparent. Über die Webseite municipalmoney wird dieses in allen Details aufgeschlüsselt und für einen Normalbürger verständlich visualisiert. Sie erhalten daher nicht nur nackte Zahlen, sondern Grafiken, die den aktuellen Zustand und den Verlauf passend darstellen. Grundlage dafür sind die Budgetzahlen, die hierfür zur Auswertung von den jeweiligen Gemeinden bereitgestellt werden.

Nachfolgendes Bild zeigt das für Kapstadt. Sichtbar ist hier, wie lange das verfügbare Geld noch reicht (Cash Coverage) sowie wieviel tatsächlich ausgegeben wurde (Spending of Operating Budget). Sichtbar wird hier, dass a) das Budget noch für etwa eineinhalb Monate reicht und b) in den letzten beiden Jahren weniger ausgegeben wurde, als ursprünglich geplant.


Budgetanalyse von Kapstadt
Ausgewertet werden die Daten in Kooperation zwischen der Stadtverwaltung und einem Team von Analysten, die im Inkubator namens Codebridge im Kapstädter Osten beheimatet sind. Alle zwei Wochen findet vor Ort ein Community Meeting statt, zu dem jeder Interessierte hinzukommen und sich über das Projekt und dessen Entwicklung informieren kann.

Das Logo des Codebridge-Projekts

Die Auswertung der Daten fließt vielfach als Datensatz in das Projekt Code for South Africa ein und ist somit für jedermann verfügbar. Begonnen als Projekt von Spezialisten aus dem Themengebiet Open Data auf freiwilliger Basis, sind daraus mittlerweile mehrere dauerhafte Arbeitsplätze entstanden. Möglich wurde das Dank kontinuierlicher Finanzierung durch die Stadtverwaltung.

Weiterführende Links:

Mittwoch, 28. Juni 2017

PDF-Dokumente auseinanderzupfen

Jeder von uns kennt das -- wir bekommen ein PDF-Dokument und benötigen nur eine bestimmte Seite daraus. Nachfolgend stehen zwei Möglichkeiten im Fokus, das Ziel ohne viel Tamtam zu realisieren.

Variante 1 ist Gimp. Öffnen Sie ihr PDF-Dokument mit dem Bildbearbeitungsprogramm, erhalten Sie ein Dialogfenster, aus welchem Sie die gewünschte Seite auswählen. Diese Seite speichern Sie dann über den Menüpunkt Exportieren als ... unter einem neuen Namen.

Auswahl der einzelnen Seite in Gimp
Variante 2 geht über das Werkzeug pdfseparate aus dem Paket poppler-utils. Mit dem Aufruf 

pdfseparate document.pdf page-%d.pdf

auf der Kommandozeile zerlegen Sie das Originaldokument namens document.pdf in alle Einzelseiten. Jede Seite wird als PDF mit der entsprechenden Seitennummer gespeichert, so finden Sie bspw. die Seite 1 in page-1.pdf. 

Benötigen Sie nur ausgewählte Seiten, kommen zwei Schalter ins Spiel. Über die beiden Schalter -f (für first) und -l (für last) grenzen Sie ein, welches die erste bzw. letzte extrahierte Seite werden soll. Hiermit erhalten Sie die nur die dritte bis fünfte Seite:

pdfseparate -f 3 -l 5 document.pdf page-%d.pdf

 

Montag, 26. Juni 2017

Tips und Tricks: Erstellte Pads in Etherpad Lite aufräumen

Möchten Sie gemeinsam an einem Textdokument arbeiten, ist das Versenden der Versionen an alle Mitwirkenden äußerst umständlich und verstopft über kurz oder lang ihr Postfach. Außerdem birgt das Vorgehen die Gefahr, dass der Überblick verloren geht, welche Version des Textdokuments gerade aktuell ist oder ein Mitwirkender bei der Zusendung vergessen wird.

An dieser Stelle kommt Etherpad Lite ins Spiel. Diese kollaborative Software ist im wesentlichen ein Texteditor, den Sie über ihren Webbrowser bedienen. Ausgestattet mit einer Versionsverwaltung geht zudem kein Zwischenschritt verloren. Jedes Textdokument bearbeiten Sie in einem Pad, welches i.d.R. auf dem Server gespeichert wird, auf dem ihre Instanz von Etherpad Lite gehostet wird.


Die einzelnen Dokumente in Etherpad Lite verwalten
Mit der Zeit sammeln sich diverse Pads an. Von hause aus bringt Etherpad Lite nur die Möglichkeit mit, Pads über die Etherpad-Lite-API und einen passenden http-Request wieder zu entfernen. Einfacher geht es hingegen mit Hilfe des Plugins adminpads. Dieses klinkt sich direkt in die Admin-Konsole des Etherpad Lite ein.

Über den Menüpunkt Manage pads in der Navigation erreichen Sie alle Pads auf einen Blick und erfahren deren Status. Das hilft Ihnen dabei, herauszufinden, wie lange ein Pad bereits besteht, wieviele aktive Bearbeiter es derzeit hat und wann dessen Inhalt zuletzt modifiziert wurde. Wird es nicht mehr benötigt, entsorgen Sie es samt Historie mit einem beherzten Klick auf den dazugehörigen Löschknopf. Voila!

Einen Überblick zu weiterer Software aus dieser Kategorie bietet der lesenswerte Blogbeitrag von Jens Kubieziel.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Umweltdaten messen mit einem Feinstaubsensor

Am 25. Mai 2017 fand auf dem Areal des Kulturzentrums Freiland e.V. im Zentrum von Potsdam der diesjährige OpenTechSummit statt. Eine überschaubare, sehr relaxte Veranstaltung mit internationalem Flair, bei der nicht nur Gäste aus Europa teilnahmen.

Stolz den Feinstaubsensor begutachten
Auf großes Interesse traf ein Sensor zur Messung von Feinstaub. Diesen Sensor stellte Frank Riedel vom Projekt luftdaten.info vor. Als Bausatz für den Außeneinsatz konzipiert, setzen Sie diesen in zehn Schritten zusammen, verbinden ihn mit dem Internet und das Erfassen der Daten beginnt. Alle Daten werden gesammelt und sind am Folgetag sichtbar.

Ursprünglich nur für den Großraum Stuttgart gedacht, nutzen diesen inzwischen auch andere Interessenten. Über eine interaktive Karte auf der Basis von OpenStreetMap sehen Sie, welche Werte der Sensor seit dessen Inbetriebnahme an dem jeweiligen Standort gemessen hat.

Erfasste Messwerte für einen ausgewählten Sensor

Donnerstag, 8. Juni 2017

Mageia Linux 6 RC

Control Center im Mageia 6 (XFCE-Design)
Stets im Sommer erscheint eine neue Version der französischen Linux-Distribution Mageia. 2010 geforkt vom Mandriva-Projekt, hat sich die Distribution mittlerweile einen guten Ruf erarbeitet. Der erste Test des RC für die Version 6 war sehr positiv. Mehr dazu in Kürze.

Dienstag, 30. Mai 2017

Cubietruck im Alltagsbetrieb

Cubieboard 3 (Cubietruck) im Test
Vor über einem Jahr liefen mehrere Tests mit dem Cubieboard 3 (Cubietruck) sehr erfolgreich. Seitdem war das Board vorrangig als Fileserver auf der Basis des Debian-Derivats Armbian für Schulungszwecke im Einsatz. Bei meinen Linux-Trainings ließ sich leistungsstarke Board zum Mitbringen immer wieder gut in Szene setzen.

Inzwischen bekam das Board ein mattschwarzes Gehäuse, was es gegen Staub schützt und zudem auch leichter transportabel macht. Es bleibt darin genügend Platz für eine 2.5"-Festplatte, die das Leistungsspektrum des Cubietruck nochmal steigert.

Gehäuse für das Cubietruck
Ordentlich bedruckt macht das Gehäuse einen professionellen Eindruck und ist somit auch endkundentauglich. Die Reaktionen darauf waren bislang nur positiv.

Das Gehäuse mit den sauber ausgeführten Anschlüssen
Derzeit entsteht in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kooperationspartner Zugangswerk e.V. ein Prototyp für eine Aufzeichnungssoftware, die auf dem Cubieboard aufsetzt. Grundlage dafür bildet wiederum ein Etherpad Lite, welches auf die speziellen Bedürfnisse von den Nutzern -- hier Dolmetschern -- angepaßt wird. Jetzt stehen intensive Tests an, um noch störende Bugs zu beseitigen.

Freitag, 21. April 2017

Office im Rucksack

Office im Rucksack. Digitale Nomaden unterwegs.


Arbeiten von unterwegs? Gelingt mit viel Selbstdisziplin und geht auch nicht für alle Branchen. Der aktuelle Beitrag im LinuxUser 05/2017 erklärt das ganze näher.

Montag, 20. Februar 2017

Geballte Informationen aus erster Hand - das Debian-Paketmanagement-Buch

Seit 2013 arbeiten Axel Beckert und ich an dem Buch zum Thema Debian-Paketmanagement. Mittlerweile umfaßt es mehr als 400 Seiten kompaktes Wissen zum dem Thema. Es unterteilt sich in Grundlagen, Werkzeuge und Anwendungsfälle für die Praxis.

Webseite des Buchprojekts


Unser Buch steht seit Sommer 2015 unter einer Creative Commons (CC-BY-SA)-Lizenz und ist für jeden Interessierten zur freien Nutzung über die Versionierungsplattform GitHub verfügbar. Darüber kann jeder am Buch mitwirken und Korrekturen sowie Ergänzungen vornehmen. Diese fließen live in das Projekt ein und erlauben eine stets aktualisierte Fassung als HTML, ePub, MobiPocket oder PDF. Diese Ausgabeformate werden automatisch gebaut und stehen innerhalb kürzester Zeit online zur Verfügung. Damit können Sie unser Buch auch komplett online lesen.

Uns freut auch sehr, dass das Buch als Debianpaket bereitsteht. Ab der kommenden Debian-Release 9 Stretch ist es fester Bestandteil der regulären Pakete.

Sonntag, 29. Januar 2017

Einen GPX-Track auf einer Landkarte darstellen

Routen und Wege erfassen Sie mit einem GPS-fähigen Gerät, bspw. ihrem Smartphone. Dafür muss bei diesem die Standorterfassung über GPS eingeschaltet werden, damit es die Verbindung zu den Navigationssateliten herstellen kann. Das erreichen Sie über die Einstellungen ihres Gerätes. I.d.R. ist für die Nutzung dieser Funktion keine Datenverbindung erforderlich.

Die Wegpunkte selbst erfassen Sie mit einem zusätzlichen Programm, bspw. GPS Logger für Android. Damit gelingt das automatisiert und in regelmäßigen Abständen.

GPS Logger im Einsatz
Zur Darstellung des GPX-Tracks stehen Ihnen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, bspw. gpsprune, QLandkarteGT und dessen nachfolger QMapShack. Alle Erlauben das direkte Einlesen des Tracks sowie die Nachbearbeitung, sofern erfasste Wegpunkte korrigiert werden müssen. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die Darstellung in gpsprune und QLandkarteGT. Alle Darstellungen verwenden das Kartenmaterial von OpenStreetMap.

Eine erfaßte Wegstrecke mit Höhenprofil und Details zu dem ausgewählten Wegpunkt, dargestellt mit gpsprune

Die gleiche Wegstrecke samt Wegpunkten und Höhenprofil, dargestellt mit QLandkarteGT

Duiker's Island - der westlichste Punkt des Weges


Mittwoch, 11. Januar 2017

Auswertung mit NumPy, Pandas und Matplotlib

Die drei Python-Bibliotheken NumPy, Pandas und Matplotlib erlauben eine Datenauswertung mit graphischer Darstellung. Die Ausgabe der Wegstrecken für 2016 ergibt nachfolgende Grafik. Jeder enthaltene Staffelbalken repräsentiert dabei einen Monat.

Darstellung als Staffelbalken mit Legende

Die Legende in obiger Abbildung wird automatisch erzeugt, ist hier aber noch nicht optimal. Gleiches gilt für die verwendeten Farben in der Darstellung. Ideal wäre, wenn jede Wegstrecke eine eigene, unverwechselbare Farbe hätte.

Zur Erzeugung der Grafik kommt zunächst dieser Aufruf zum Einsatz:

df = pd.DataFrame(distances, index=month,columns=pd.Index(travelDescription))
df.plot(kind='barh', stacked=True)

df ist ein DataFrame aus der Pandas-Bibliothek. Dieser wird gefüttert mit den Distanzen, den Zeitintervallen und den Beschreibungen der jeweiligen Wegstrecke. plot() berechnet daraus die horizontalen Balken, der Parameter stacked=True sorgt für die Staffelung.

Die Methode plot() kennt einen weiteren Parameter namens colormap, mit der Sie die Farbauswahl steuern. Zur Auswahl stehen über ein dutzend Farbsets, bspw. Blues, Pastel1, Pastel2, spectral oder auch autumn. Je nach Farbset ist es ein Übergang zwischen zwei einzelnen Farben oder ein mehrstufiges Spektrum. Eine genaue Übersicht liefert Ihnen dazu das SciPy Cookbook. Die nachfolgende Abbildung benutzt das Farbset Set1 und macht die Darstellung schon aussagekräftiger. Folgender Aufruf wird dazu genutzt:

df.plot(kind='barh', stacked=True, colormap='Set1')


Darstellung als Staffelbalken mit Farbset Set1 und Legende

Donnerstag, 29. Dezember 2016

SBB erweitert ihr Angebot zu Open Data

Die Schweizer Bundesbahnen (SBB) sind im Bereich Open Data in einer Vorreiterposition. Neben den Detailinformationen zu den Zügen und Verbindungen stehen das gesamte Liniennetz der SBB, wichtige Lautsprecherdurchsagen (der vergangenen beiden Tage), die Passagierfrequenz  (derzeit der Stand von 2014) sowie umfangreiche Informationen zu den Haltestellen und Bahnhöfen bereit. Letzteres umfaßt Park+Rail, Veloparkplätze, Railtaxi, Carsharing, Equipment für barrierefreies Reisen am jeweiligen Bahnhof, die Verkehrstafeln sowie die Infrastruktur samt Öffnungszeiten am Bahnhof. Damit sehen Sie bereits vor der Ankunft am Bahnhof, welches Geschäft eine Filiale hat und noch geöffnet hat.

Einen Zug online mitverfolgen - hier den ICN am Neuenburger See
Für uns Datenreisende sind insbesondere die WLAN-Hotspots stets sehr nützlich. Das von der SBB betriebene Funknetz ist ebenfalls kartographiert. Die nachfolgende Abbildung zeigt einen Ausschnitt und die Detailinformationen zum Standort in Fribourg.

SBB-Wifi zum Standort Fribourg
Möchten Sie noch mehr Informationen und Daten zum Öffentlichen Verkehr im Alpenland erhalten, steht seit Anfang Dezember die Plattform Opentransportdata.swiss online. Diese bietet alle Informationen, die das Herz begehrt.

Freitag, 23. Dezember 2016

Graphenmalerei mit Google Charts

Benötigen Sie Auswertungen ihrer Daten in Form von farbigen Graphen, gibt es diverse Möglichkeiten, diese zu erzeugen und in ihre Webseite einzubinden. Die von Google bereitgestellte Bibliothek Charts basiert auf JavaScript und lässt sich mit überraschend wenigen Zeilen Programmcode integrieren:

<script type="text/javascript" src="https://www.gstatic.com/charts/loader.js">
</script>

<script type="text/javascript">
google.charts.load('current', {'packages':['corechart']});
google.charts.setOnLoadCallback(drawChart);
 
function drawChart() {
 var data = google.visualization.arrayToDataTable([
 ['Zeitstempel', 'Mittelwert der Momentanleistung (AC) in W (WR 1)'],
 ['02.07.2014 10:00:00', 1964],
 ...
 ]
);
 
var options = {
 title: 'Auswertung',
 legend: { position: 'bottom' }
};
 
var chart = new google.visualization.LineChart(document.getElementById('graph'));
 
chart.draw(data, options);
}
</script>


Nachfolgende Darstellung zeigt einen Graphen, der mit obigem Code zur Aufrufzeit des Scripts erzeugt wird. Um die weitere Informationen zu einem gewünschten Meßpunkt zu bekommen, klicken Sie auf den jeweiligen Punkt im Graphen. Danach erhalten sie die Details im einem kleinen Fenster.

Weitere Formen zur Darstellung - Linien, Tortengrafiken und Balken - lesen Sie in der Dokumentation nach oder spielen mit den Beispielen herum.

Mehrere Meßkurven als Graph

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Feine Anwendungen zu Open Data in der Praxis

Auch wenn Open Data vielfach noch als Nischenthema verstanden wird, stehen bereits etliche Anwendungen bereit, die diese Daten in spannender Form aufbereiten. Neben Landkarten und Navigationshilfen stehen bspw. Budgetverteilungen, Wetterinformationen und statistische Auswertungen zum Ausprobieren bereit. Dieser Artikel Augenöffner. Feine Anwendungen zu Open Data in der Praxis aus LinuxUser 01/2017 führt in die Thematik ein. Das Heft gibt es seit heute am Kiosk.

Datenanalyse zu Staudämmen aus dem Projekt Code for South Africa

OpenWiFi-Map für Kapstadt

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Mehr als 2600 Quellen für Open Data auf einen Blick

Open Data beschreibt die Bereitstellung von gesammelten Daten, die jedermann für eigene Zwecke verwenden kann. Es sind strukturiert und maschinenlesbar vorliegende Datensätze, die allen Interessenten kostenfrei zur Verfügung stehen und genutzt werden können, um möglichst etwas sinnvolles damit zu tun. OpenDataSoft hat nun eine Landkarte erstellt, die mehr als 2600 Datenquellen vereint. Prädikat: ausgesprochen wertvoll!